Integration internationaler Pflegekräfte: Herausforderungen und erfolgreiche Strategien
Die Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften in Deutschland steigt kontinuierlich, doch der akute Fachkräftemangel stellt Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen vor große Herausforderungen. Besonders der demografische Wandel und die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen haben die Situation weiter verschärft, sodass die Rekrutierung internationaler Pflegekräfte in vielen Einrichtungen längst unverzichtbar ist. Allerdings reicht es nicht aus, neue Mitarbeitende einfach einzustellen – eine erfolgreiche Integration erfordert gezielte Maßnahmen auf betrieblicher, sozialer und kultureller Ebene, um eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Internationale Pflegekräfte bringen oft hohe fachliche Kompetenzen mit, stehen jedoch vor verschiedenen Herausforderungen. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse gestaltet sich je nach Herkunftsland unterschiedlich und erfordert häufig eine Anpassungsqualifizierung oder eine Kenntnisprüfung. Sprachbarrieren können ebenfalls eine Hürde darstellen, da die deutsche Fachsprache in der Pflege anspruchsvoll ist, selbst wenn grundlegende Deutschkenntnisse vorhanden sind. Darüber hinaus können kulturelle Unterschiede den Arbeitsalltag beeinflussen, da sich Hierarchien, Teamstrukturen und Patientenerwartungen von denen im Herkunftsland unterscheiden. Nicht zuletzt stellt auch die soziale Eingliederung eine Herausforderung dar: Die Trennung von Familie und Freunden sowie die Anpassung an ein neues Lebensumfeld können für internationale Pflegekräfte belastend sein.
Eine erfolgreiche Integration internationaler Pflegekräfte erfordert eine strukturierte Einarbeitung mit klaren Abläufen und festen Ansprechpartnern. Besonders hilfreich ist ein Mentorenprogramm, das die Eingewöhnung erleichtert und den Austausch innerhalb des Teams fördert. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Sprachförderung, denn Deutschkurse mit einem Fokus auf medizinische Terminologie helfen, Sprachbarrieren schneller abzubauen. Viele größere Kliniken setzen daher auf interne Sprachschulungen. Ebenso wichtig ist eine kultursensible Teamarbeit, die durch interkulturelle Schulungen gestärkt werden kann. Workshops zu diesem Thema sensibilisieren das Team für kulturelle Unterschiede und tragen dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden. Eine offene Willkommenskultur spielt dabei eine entscheidende Rolle für die langfristige Integration. Neben der betrieblichen Eingliederung ist auch die soziale Integration essenziell. Unterstützung bei Behördengängen, der Wohnungssuche und Freizeitangeboten erleichtert das Ankommen erheblich. Zudem fördern Teambuilding-Maßnahmen wie gemeinsame Ausflüge oder Kochabende das Miteinander und stärken den Zusammenhalt im Team.
Abb.: Säulen des Integrationsmanagements
Eine erfolgreiche Integration internationaler Pflegekräfte stärkt nicht nur das Team, sondern trägt maßgeblich zur Qualität der Patientenversorgung bei. Arbeitgeber, die in gezielte Integrationsmaßnahmen investieren, profitieren langfristig von motivierten und gut eingegliederten Fachkräften.
Quelle:
Faupel, A., & Weiner, T. (2023) Integration internationaler Fachkräfte: Wie interkulturelle Teamarbeit gelingt. CNE.fortbildung. 16: 2–16